Titelseite

Wahrnehmung und die Welt

1. Probleme zur traditionellen Weltanschauung

Jetzt gibt es auf dem Tisch vor mir einen Würfel. Auf der oberen Seite des Würfels sind vier schwarze Augen auf weißem Grund zu sehen, und auf der Vorderseite zwei schwarze Augen. Nach der bisherigen zwar klassischen, aber sehr hartnäckigen Weltanschauung gibt es einen Würfel als Körper. Das Licht, das auf der Oberfläche des Körpers reflektiert, erreicht meine Augen. Dieser optische Reiz verändert sich in meinem Sehorgan zu elektrischen Signalen, die über Nerven zu einer bestimmten Stelle meines Gehirns gelangen, so dass ein Abbild des Würfels entsteht. Deshalb ist es kein wirklicher Würfel, den ich jetzt sehe, sondern ein Abbild des wirklichen Würfels. Weil es ein Abbild des Würfels ist, wird der Würfel, den ich sehe, unscharf oder doppelt, wenn ich auf beiden Augen schiele. Aus demselben Grund sehe ich den Würfel mit einer anderen Farbe, wenn ich farbenblind bin. Das betrifft nicht nur den Würfel, sondern auch den Tisch vor mir, das Bett hinter dem Tisch, das Regal hinter dem Bett, die Wand hinter dem Regal, den Vorhang an der Wand, meinen Körper usw. Die ganze Welt, die ich jetzt erlebe, ist ein Abbild, das so wie das des Würfels entstand. Weil sie ein Abbild ist, wird sie unscharf oder doppelt, wenn ich auf beiden Augen schiele.

Aber diese Weltanschauung ist auf Grund meines wirklichen Erlebens offensichtlich überhaupt nicht überzeugend. Wer denkt eigentlich, dass sie keine wirkliche Liebende, sondern nur ein Abbild der wirklichen Liebenden sei, wenn er gebannt auf seine Allerliebste schaut? Wer denkt, dass es kein wirklicher Soldat, sondern nur ein Abbild eines wirklichen Soldaten sei, wenn er auf dem Schlachtfeld vor sich einen verfeindeten Soldaten sieht, der ihn töten will? Die meisten Leute leben in Wirklichkeit sehr gesund, von der falschen klassischen Weltanschauung nicht getäuscht, normalerweise in der Annahme, dass die Welt, die sie erleben, kein Abbild der wirklichen Welt, sondern die wirkliche Welt selbst sei. Sie können aber ihr eigenes Erleben nicht konsequent und umfassend erklären.

2. Das wirkliche Erleben

Wenn ich sorgfältig die Welt beobachte, die ich von Zeit zu Zeit erlebe, finde ich dort eine Besonderheit. Es soll zwar ich sein, der die Welt sieht, aber in dieser Welt ist mein ganzer Körper selbst vorhanden. Auch in normalem Zustand kann ich mit meinen eigenen Augen die meisten Teile meines Körpers sehen. Wenn ich wollte, könnte ich meinen rechten Augapfel etwas herausziehen und damit meinen linken Augapfel sehen oder umgekehrt. Gleichermaßen könnte ich auch mein Gehirn direkt sehen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es auf jeden Fall die Welt gibt, in der mein ganzer Körper vorhanden ist. Diese Welt wird von meinem Körper her als Blick- bzw. Wahrnehmungspunkt gesehen und wahrgenommen. Sie wird von der Stelle meiner Augen her gesehen, von der Stelle meiner Ohren her gehört, von der Stelle meiner Nase her gerochen, und ihre Wärme und Kälte werden hauptsächlich an der Stelle meiner Haut gefühlt. So existiert die Welt.

3. „Qualia“ und Fehler der traditionellen Weltanschauung

Das Wort „Qualia“ ist jetzt in Mode. Wenn die Sinnesorgane des Menschenkörpers einen äußeren Reiz empfangen und zum Gehirn weitergeben, entsteht sogleich irgendein Sinn. Wenn das Licht mit einer bestimmten Wellenlänge die Augen eines Menschen erreicht, sieht er eine rote, blaue, grüne oder andere Farbe. Wenn man ihn mit einer Stange an einer Stelle seines Körpers schlägt, fühlt er Schmerzen. Diese Farbe und diese Schmerzen an sich nennt man „Qualia“. Nicht nur diese Farbe und diese Schmerzen, sondern auch verschiedene Gefühle, die man mit der Farbe oder den Schmerzen haben kann, das Denken und den Willen nennt man auch „Qualia“. Jetzt handelt es sich zwar darum, wofür man diese Qualia halten sollte, aber bei diesem Problem wiederholt man auch eine ganz falsche Diskussion, von der traditionellen Weltanschauung gefangen.

Wenn man mit einem Beobachter einen Würfel und eine Testperson vorbereitet und diesen bei hellem Licht vor die Testperson hinlegt, kann der Beobachter ohne Weiteres feststellen, dass das Licht auf der Oberfläche des Würfels reflektiert und dann die Augen der Testperson erreicht und dass sich dieser Reiz in ihrem Sehorgan zu elektrischen Signalen verändert und über Nerven zu einer bestimmten Stelle ihres Gehirns gelangt. Die meisten Leute, die von der traditionellen Weltanschauung gefangen sind, glauben dabei, dass die Qualia der Testperson bzw. ein Abbild des Würfels irgendwo in ihrem Gehirn entstehe. Aber der Beobachter kann für ewig die Qualia der Testperson bzw. den Würfel, den diese sieht, überhaupt nicht finden, weil der Beobachter nicht die Testperson selbst ist. Wenn man von der Seite der Stadt Gotenba (südlich des Bergs Fuji) den Fuji sieht, kann man ihn von der Seite des Kawaguchi-Sees (nördlich des Bergs Fuji) nicht direkt sehen. Diese Situation ist folgendermaßen zusammenzufassen: Es gibt die Welt, die sich um den Beobachter herum erstreckt. Er sieht von seinem Körper her als Blickpunkt die Testperson und den Würfel. Wenn man nicht den Standpunkt des Solipsismus einnimmt, muss man denken, dass es gleichzeitig die Welt gibt, die sich um die Testperson herum erstreckt, und die Qualia, die die Testperson erleben soll, müssen nicht anders sein als die Welt, die sich um sie herum erstreckt, oder ein Teil dieser Welt.

Wenn man einen Würfel und eine Testperson vorbereitet und diesen bei hellem Licht vor sie hinlegt, beobachtet man sicher, dass das Licht auf der Oberfläche des Würfels reflektiert und dann die Augen der Testperson erreicht und dass sich dieser optische Reiz in ihrem Sehorgan zu elektrischen Signalen verändert und über Nerven zu einer bestimmten Stelle ihres Gehirns gelangt. Aber dadurch, dass das Licht auf der Oberfläche des Würfels reflektiert, anschließend die Augen der Testperson erreicht und sich dieser Reiz im Sehorgan der Person zu elektrischen Signalen verändert und über Nerven zu einer bestimmten Stelle ihres Gehirns gelangt, oder während dieses durchgehenden Prozesses existiert nicht ein Abbild des Würfels, sondern die Welt, die sich um die Testperson herum als Mittel- bzw. Wahrnehmungspunkt erstreckt. Wenn man es genauer erklärt, gibt es die Welt, die sich um den Beobachter herum als Mittel- bzw. Wahrnehmungspunkt erstreckt. Sie ist ein Teil bzw. eine Seite der großen Welt. Gleichzeitig gibt es die Welt, die sich um die Testperson herum als Mittel- bzw. Wahrnehmungspunkt erstreckt. Sie bildet auch einen Teil bzw. eine Seite der großen Welt. Der Fehler der traditionellen Welt- bzw. Wahrnehmungsanschauung kommt daher, dass man die Welt, die um die Testperson herum als Mittel- bzw. Wahrnehmungspunkt existiert, (oder den Würfel darin) in der Welt, die sich um den Beobachter herum als Mittel- bzw. Wahrnehmungspunkt erstreckt, finden will. Das ist dasselbe wie in dem Fall, in dem man den Fuji von der Seite der Stadt Gotenba aus direkt sieht und zur gleichen Zeit den Fuji sucht, den man von der Seit des Kawaguchi-Sees aus direkt sieht.

Es ist die bisherige traditionelle Weltanschauung, die allen Diskussionen zu Grunde liegt und die Augen der Leute von der Tatsache abwenden lässt, die selbst für Kinder deutlich ist. Sie glauben, dass es eine große Welt gebe, in der viele Menschen als deren ganz kleine Teile mit dem Gehirn vorhanden seien. Jeder Mensch empfange durch seine Sinnesorgane von außen verschiedene Reize und habe in seinem Gehirn unterschiedliche Qualia, nämlich Farben, Töne, Schmerzen, sowie das Bewusstsein überhaupt, d. h. Gedanken, Gefühle und Willen. Es ist natürlich, diese Vorstellung zu haben. Wenn wir im Freien die Augen öffnen, sehen wir einen großen Weltraum, der sich endlos ausdehnt, und viele Menschen, die einen ähnlichen Körper haben wie wir. Gleichzeitig bemerken wir, dass wir in uns selbst verschiedene Gefühle, Willen und Vorstellungen haben, so dass wir ganz natürlicherweise glauben, dass die anderen auch ähnliche Gefühle, Willen und Vorstellungen in sich haben. Weil man in letzter Zeit verstand, dass diese Gefühle, Willen und Vorstellungen sowie verschiedene Sinne mit bestimmten Stellen des Gehirns viel zu tun haben, glaubt man schließlich, dass sich alle sinnlichen und das Bewusstsein betreffenden Phänomene im Gehirn des Menschen ereignen. Diese Weltanschauung sieht zwar überzeugend aus, aber stimmt offensichtlich nicht, wenn ich sie sorgfältig mit meinem Erleben vergleiche. Nach der bisheringen Weltanschauung sollen die Menschen und Dinge, die ich sehe, alle keine wirklichen Menschen und Dinge, sondern Abbilder der wirklichen, die dadurch entstanden, dass das von den wirklichen Menschen und Dingen reflektierte Licht zu einem elektrischen Reiz wird und bestimmte Stellen meines Gehirns erreicht. Obwohl es die meisten Leute in Wirklichkeit nicht glauben, sollen seine Liebende und seine Freunde, die man vor sich sieht, alle nur Abbilder sein. Wenn alles, was man seit seiner Geburt immer sieht und hört sowie fühlt, nicht das Wirkliche, sondern nur Abbilder des Wirklichen wären, warum könnte man verstehen, dass es neben den Abbildern noch etwas Anderes geben würde? Auch wenn man verstehen könnte, dass es neben den Abbildern noch etwas Anderes geben würde, wie könnte man feststellen, dass das Wirkliche und seine Abbilder einander ähnlich wären, indem man nur Abbilder sehen würde? Nach der bisherigen Weltanschauung sollen die Qualia bzw. das Bewusstsein von mir in meinem Kopf existieren. Wo ist aber mein Kopf? Wenn man meint, dass die Masse auf meinem Rumpf, die ich mit meinen Händen berühren kann, mein Kopf sei, soll das Ganze in seinem Teil vorhanden sein, weil mein Kopf ein Teil der Welt ist, die ich mit meinen Händen berühren kann. Wenn man meint, dass der runde Gegenstand, den ich sehe, wenn ich meine Augen etwas herausziehe und in entgegengesetzer Richtung wende, mein Kopf sei, soll das Ganze ebenfalls in seinem Teil existieren, weil mein Kopf ein Teil der Welt ist, die ich sehen kann.

Um diese Widersprüche aufzuklären, braucht man unbedingt eine andere Weltanschauung. Es gibt nämlich eine große Welt, zu der jeder Mensch bzw. jedes Lebewesen an seinem Körper als Blick- bzw. Wahrnehmungspunkt gehört. Jeder Mensch bzw. jedes Lebewesen bildet eine kleine Welt, die sich um seinen Körper herum als Mittel- und Blickpunkt erstreckt, und die einen Teil oder eine Seite der großen Welt darstellt. Die kleine Welt, die jeder Mensch bzw. jedes Lebewesen mit seinem Körper als Mittel- und Blickpunkt bildet, ist eine unsichere Welt, die sich vor allem je nach Lage seiner Sinnesorgane und seines Gehirns leicht verändern kann, und gilt deshalb als eine private Welt jedes Einzelnen. Aber gleichzeitig bildet sie einen Teil bzw. eine Seite der großen Welt und geht nicht so, wie jeder Einzelne will.

(Umriss der Weltanschauungen)

Umriss der Weltanschauungen

4. Zusammenfassung des Gedankens über die neue Weltanschauung

Ich erzähle ein Gleichnis. Im Dunkeln steht ein riesiger Körper. Auf die Oberfläche dieses Körpers werden unzählige Lichter geworfen und beleuchten sie jeweils in kleinem Umfang. Wenn man genau jeden Lichtfleck auf der Oberfläche des Körpers beobachtet, bewegt sich ein bestimmer kleiner Teil des Körpers mit jedem Lichtfleck, der sich um den Teil herum erstreckt. Wenn sich der Zustand des kleinen Teils ändert, verwandelt sich die Lage des Lichts um den kleinen Teil, und das Aussehen des Körpers, der beleuchtet wird, wird anders, obwohl der Grund dafür nicht klar ist. Der Bereich des beleuchteten Teils wird manchmal kleiner, manchmal größer. Die Stärke und die Farbe des Lichts ändern sich unterschiedlich. Manchmal geht das Licht aus, und es wird ganz dunkel. Es gibt zwar unzählige Teile, die beleuchtet werden, aber das dunkle Gebiet, das gar nicht beleucht wird, ist viel größer. Dieser Körper existiert selbstverständlich nicht dadurch, dass er beleuchtet wird. Indem er beleuchtet wird, erscheinen gewisse Teile der Oberfläche des Körpers optisch. Die Teile, die nicht beleuchtet werden, sind zwar immer vorhanden, aber ihre optischen Eigenschaften liegen nicht offen.

Die Welt, in der wir leben, existiert meinem Vermuten nach so wie dieser Körper im Dunkeln, und die Wahrnehmung von uns Lebewesen ist so etwas wie das Licht, das nur kleine Teile des riesigen Körpers beleuchtet. Bisher ist es üblich gewesen, die Wahrnehmung für eine passive Wirkung zu halten. Das Licht oder die Schallwelle von einem Gegenstand in Sinnesorganen zu empfangen, über Nerven weiterzugeben und dadurch in unserem Körper verschiedene Abbilder zu schaffen ― als so eine Wirkung hat man die Wahrnehmung betrachtet. Der englische Denker John Locke äußerte ganz deutlich diese Meinung. Weil man aber überhaupt nicht darauf antworten konnte, wenn gefragt wird, ob wir wirklich außer den Abbildern etwas Anderes erfassen können, und wenn es so ist, wo es in unserem Erleben vorhanden ist, ob wir uns eigentlich etwas vorstellen können, was gar keine sinnlichen Eigenschaften hat, sagte George Berkeley „Esse est percipi (Sein ist wahrgenommen zu werden.) “, mit anderen Worten, „Es gibt nichts Anderes als etwas, was dadurch existiert, wahrgenommen zu werden.“ Weil er doch noch glaubte, dass die Wahrnehmung etwas Passives sei, musste er einen Gott annehmen, der die ganze Welt immer wahrnehmen und dadurch die ständige Existenz der ganzen Welt garantieren soll. Es ist aber viel natürlicher, zu denken, dass eine Welt, in der unsere Körper vorhanden seien, unabhängig vom Dasein der Lebewesen einschließlich von uns und von ihrer Wahrnehmung, existiere. Die Welt, in der wir leben, existiert ganz natürlicherweise und ununterbrochen so wie früher, nachdem wir einmal geschlafen haben und wieder aufgewacht sind. Wenn man diese Tatsache meint, kann man überhaupt nicht glauben, dass die Welt auch erlösche, wenn mein Körper erlösche, obwohl sich diese Welt, abhängig von meinem Körper, ändert. Allgemein gesagt, ist es viel überzeugender als umgekehrt, zu glauben, dass die Welt weiter existiere, auch wenn alle Lebewesen erlöschen. Diese Welt ist jedoch so wenig zu beschreiben, dass man nur sagen kann, dass sie als Welt um ihren einzelnen Körper mit einer bestimmten Gestalt erst erscheine, wenn Lebewesen mit wirkenden Sinnesorganen darin entstehen. Am besten ist Folgendes zusammenzufassen: „Es gibt die Welt, die zwar ständig existiert, aber nicht auf eine bestimmte Weise darzustellen ist. Wenn Lebewesen mit wirkenden Sinnesorganen in Form ihres Körpers jeweils einen Teil dieser Welt bilden, erscheinen verschiedene Teile bzw. Seiten der Welt voller Farben, Töne, Gerüche usw. um ihren einzelnen Körper herum als Mittel- bzw. Wahrnehmungspunkt.“ Wir bzw. alle Lebewesen lassen mit unseren bzw. ihren Sinnesorganen nicht die Welt existieren. Wie das Licht einen Teil des Körpers im Dunkeln beleuchtet und optisch erscheinen lässt, üben wir mit unseren Sinnesorganen auf die von selbst existierende Welt eine gewisse Wirkung aus und lassen ihre sinnlichen Eigenschaften offenliegen und einen Teil der Welt sinnlich erscheinen. Die Wahrnehmung soll man für diese positive Wirkung halten.

Wenn ich die Augen öffne, sehe ich vor mir z. B. einen Freund. In diesem Fall muss ich nicht denken, dass dieser Freund kein wirklicher Freund sei, sondern ein Abbild meines wirklichen Freundes. Die Welt, die sich vor mir erstreckt, wenn ich die Augen öffne, ist eine wirkliche Welt, die durch mein Sehorgan offengelegt bzw. beleuchtet wird, und kann nicht anders sein. Weil die Wirkung meines Sehorgans auf die Welt ausgeübt wird, wird sie manchmal unscharf oder doppelt, erlöscht manchmal, entsprechend dem Zustand der Körperteile, die mit meinem Gesichtssinn zu tun haben, obwohl sich gar nichts in den anderen Bereichen ändert. Wenn ich mit einer Taschenlampe einen Weg im Dunkeln beleuchte, kann er je nach Lage des Lampenlichts manchmal klar oder doppelt aussehen und machmal erlöschen, obwohl sich der Weg an sich gar nicht ändert. Mit dieser Tatsache ist die oben genannte Situation zu vergleichen. Wie sich der Weg im Gegensatz dazu, unabhängig vom Licht, ändern kann, bildet die Welt, die ich sehe, gleichzeitig einen Teil bzw. eine Seite der großen Welt und geht nicht so, wie ich will, während man sagen kann, dass sie meine private Welt sei, weil sie sich um meine Augen herum erstreckt, sich je nach Lage von meinen Augen, meinem Gehirn usw. ändert und ausschließlich von mir erlebt werden kann. Die Welt, die sich vor mir erstreckt, ist keine Welt, die Homunkulus von meiner Augenhöhle sehen würde. Die Annahme, dass es in jedem einzelnen Menschen so ein Wesen wie ein Kern des Menschen gebe, der die Umgebung wahrnimmt und ihre Abbilder in sich habe, ist eine Illusion, die von der bisherigen Welt- bzw. Wahrnehmungsanschauung kommt. Vor mir erstreckt sich einfach eine wirkliche Welt mit meinem Körper darin.

Wenn mein Freund und ich nebeneinander stehen und einen gleichen Würfel sehen, überkreuzen sich die Welt, die ich mit meinen Sinnesorganen erscheinen lasse, und die Welt, die mein Freund mit seinen Sinnesorganen erscheinen lässt, teilweise beim Würfel und dessen Umgebung, aber sie mischen sich nicht miteinander. Wenn sich die beiden Welten miteinander mischen würden, könnte ein Mensch einen gleichen Gegenstand gleichzeitig von unterschiedlichen Blickpunkten direkt sehen, was vernunftwidrig wäre. Wenn ich in derselben Situation im Gehirn meines Freundes seine Qualia bzw. den Würfel, den er sieht, finden würde, sollte ich von meinen Augen und gleichzeitig von den Augen meines Freundes direkt den Würfel sehen können. Das ist selbstverständlich vernuftwidrig, aber für die meisten Leute unbemerkbar. Im Alltagsleben kann man sich ohne Weiteres vorstellen, wie sich einander zwei Autos jeweils mit roten bzw. blauen Scheinwerfern in entgegengesetzter Richtung auf derselben Straße im Dunkeln nähern. An der Straße, in der Mitte zwischen den beiden Autos, befindet sich ein Verkehrsschild, auf dessen Oberfläche eine spezielle Folie geklebt ist, auf der das Licht immer in entgegengesetzer Richtung reflektiert. Wenn die Scheinwerferlichter der beiden Autos in dieser Situation gleichzeitig in unterschiedlicher Richtung das Schild treffen, sieht man von einem Auto aus das rote Schild, während man vom anderen Auto aus das blaue Schild sieht. Wenn der Scheinwerfer eines Autos erlöscht, kann man von diesem Auto aus kein Schild mehr sehen, während man vom anderen Auto aus immer noch das rote oder blaue Schild sieht. Etwas Ähnliches wie dieses Beispiel gibt es in der großen Welt, in der wir leben.

Die Einsicht, dass die Welt, die wir jeweils direkt sehen, hören und fühlen, kein Abbild einer wirklichen Welt sei, sondern eine wirkliche Welt selbst und dass es nirgendswo anders eine wirkliche Welt gebe, verbreitet sich meiner Meinung nach allmählich auf verschiedene Weise. Aber normalerweise ist es nicht erklärt, warum sie manchmal unklar, manchmal doppelt wird und warum sie manchmal verschwindet, obwohl die Welt, die wir sehen, hören und fühlen, kein Abbild, sondern eine wirkliche Welt ist. Die Welt, die ich erlebe, wird, abhängig von meinem Gehirn und meinen Sinnesorganen, ohne Weiteres unklar und doppelt oder verschwindet manchmal. Muss ich dabei sagen, dass die wirkliche Welt an sich unklar und doppelt werde oder verschwinde? Die Welt, die ich erlebe, soll, unabhängig von meinem Leben, existieren und gleichzeitig eine Welt sein, auf die meine persönlichen Wirkungen ausgeübt werden. Sonst kann man zwar auf die oben genannte Frage nicht richtig antworten, aber dieser Punkt ist oft nicht genug erklärt. Wenn die Welt, die ich sehe, höre und fühle, eine wirkliche Welt ist (und wenn ich nicht den Standpunkt des Solipsismus einnehme), muss man sagen, dass die Welt, die mein Freund neben mir sieht, hört und fühlt, auch eine wirkliche Welt sei. Diese beiden Welten müssen gleichzeitig eine wirkliche Welt sein und zu einer gleichen großen Welt gehören. Damit das zutrifft, wie soll man die Beziehungen zwischen den beiden Welten verstehen,? Das ist meistens nicht erklärt.

Mit der Änderung der Weltanschauung muss man die Bedeutung der Naturwissenschaft anders finden als bisher. In der physischen Welt gebe es keinen Ton, keine Farbe und keinen Geruch. Diese Eigenschaften entstehen erst durch die Sinnesorgane der Lebewesen, und das Wissen über die physische Welt sei Naturwissenschaft ― diese Meinung stimmt überhaupt nicht. Denn wenn sie nicht Gott waren, wurden selbst Galilei, Newton und Einstein, genauso wie wir, in der Welt, die sich um ihren Körper herum als Mittel- und Wahrnehmungspunkt erstreckte und verschiedene Farben, wie z. B. Blau, Grün, Rot usw., sowie unterschiedliche Töne, Wärme- und Tuchfühlungen enthielt, geboren, wuchsen auf, machten Experimente, dachten und verfassten Bücher. Sie erlebten keine andere, besondere Welt als wir. Galilei, der die Fallgesetze entdeckte, ließ unter verschiedenen Bedingungen Gegenstände mit unterschiedlichen Farben und Gewichten sowie unterschiedlicher Größe fallen. Er machte nicht in einer anderen Welt ohne Farbe, Ton, Wärme- und Tuchfühlung Experimente. Indem er die wahrgenommene Welt von verschiedenen Blickpunkten her sah und dadurch andere kleine Welten, die sich um die Körper von anderen Menschen herum erstrecken sollten, simulationsweise erlebte, wollte er etwas Regelmäßiges finden, was, unabhängig vom Blick- und Wahrnehmungspunkt, gilt, und als Folge davon vermutete er über die Beziehungen zwischen Körper und Fallen, dass alle Körper, die durch die Wirkung des Gewichtes fallen, mit einer Geschwindigkeit im Verhältnis zur Zeit, unabhängig von ihrer Masse, fallen, wenn man den Einfluss der Luft unbeachtet lassen kann.

5. Existenz des Anderen und der Welt

Bis jetzt habe ich in der Annahme geschrieben, dass die anderen Menschen, die ich in der Welt treffe, die ich von Zeit zu Zeit erlebe, wie ich, eine Welt erleben, die sich um ihren Körper herum erstreckt. Gilt diese Annahme in Wirklichkeit? Ist das Andere wirklich da?

Wenn man denkt, dass mein Körper nicht gründlich anders ist als der des Anderen, ist es angemessener als umgekehrt, zu vermuten, dass das Andere eine Welt, die ähnlich wie die Welt um mich ist und die sich um den Körper des Anderen herum erstreckt, von Zeit zu Zeit, genauso wie ich, erleben soll. Allgemein gesagt, ist es angemessener als umgekehrt, zu vermuten, dass unzählige Lebewesen in der ganzen Welt eine ähnliche Welt, die sich um den Körper jedes Einzelnen herum erstreckt, von Zeit zu Zeit erleben sollen. Aber es gibt keinen Beweis, mit dem man darüber ein endgültiges Urteil fällen kann. Wenn ich ausschließlich auf Grund der Welt, die ich von Zeit zu Zeit erlebe, beurteilen will, ob das Andere in dieser Welt eine ähnliche Welt wie ich erlebt, kann ich es nicht direkt feststellen, weil ich keine andere Welt erleben kann, solange ich immer noch ich bin. Dass unzählige Lebewesen einschließlich von mir mit ihrem Körper zu einer einzigen Welt gehören ― das ist eine große Annahme, die wir alle fast unbewusst haben, und die Existenz des Anderen ist ein Teil dieser großen Annahme.

Die Welt, die ich von Zeit zu Zeit erlebe, verwandelt sich immer. Die Welt, die man vor sich sieht, wird nach und nach anders. Wenn man in dieser Situation geglaubt hätte, dass die Welt in jedem Augenblick eine andere Welt sei, wäre der Bergriff der „Zeit“ gar nicht entstanden. Weil man nicht glaubte, dass eine Welt nach der anderen erscheine, die gründlich anders sei als die frühere, sondern, dass eine einzige Welt im Grunde dieselbe Welt bleibe, aber nach und nach anders werde, entwickelte man den Begriff der „Zeit“ als so ein Wesen wie ein langer Faden, durch den die unzähligen anderen Gestalten der Welt miteinander verbunden sind.

Meiner Meinung nach entstanden die Begriffe der einheitlichen „Welt“ und „Zeit“, indem man glaubte, dass die Welt, die wir von Zeit zu Zeit erleben, im Grunde eine einzige gleiche Welt sei und dass sie zahlreiche unterschiedliche Teile bzw. Seiten habe und nach und nach anders werde. Diese Begriffe bildeten sich nämlich auf Grund einer großen Annahme, mit der wir die Welt besser verstehen wollten. Ich verstehe nicht gut, ob diese Annahme wirklich stimmt, mit anderen Worten, ob die Welt, die wir von Zeit zu Zeit erleben, nicht zu etwas gründlich Anderem wird, während wir es nicht bemerken, und ob die Welten, die wir von unterschiedlichen Blickpunkten aus sehen, nicht gründlich voneinander anders sind. Ob die Annahme, die wir fast unbewusst bildeten, stimmt ― das wird nur dadurch festgestellt, dass wir in dieser Annahme bis jetzt existieren konnten und dass wir in dieser Annahme auch in Zunkunft weiter leben können.

6. Seele

Ich kann mich jetzt noch deutlich an die Gestalt und das Bellen des längst verstorbenen Hundes, den ich lange geliebt habe, sowie die Tuchfühlung mit diesem Hund erinnern. Man sollte eher sagen, dass ich ihn immer noch nicht vergessen kann. Die Gestalt des Hundes, an die ich mich erinnere, kann ich in Form eines Bilds oder einer Plastik in der wahrgenommenen Welt wiedergeben, obwohl sie nur ungefähr dargestellt werden kann. Die Gestalt meines geliebten Hundes, an die ich mich erinnere, ist zwar nicht genau zu erklären, aber man muss wahrscheinlich sagen, dass sie irgendwie vorhanden sei. Während ich in der wahrgenommenen Welt lebe, habe ich verschiedene Vorstellungen. Ich bin manchmal in guter Laune, werde manchmal traurig. Ich habe manchmal Angst, ärgere mich manchmal. Ich denke manchmal logisch. Wie die Ergebnisse der Psychoanalyse zeigen, scheint es mir, dass es in mir versteckte komplizierte Gefühle gibt, die ich selber nicht klar begreifen kann und die manchmal offen liegen. Manchmal fühle ich einen Trieb, der von innen zu schwellen scheint und der aussieht, als ob er mit meinem Körper in meiner wahrgenommen Welt enge Beziehungen haben und meinen Körper zu einer Bewegung führen würde. Das Feld, in dem verschiedene Vorstellungen und Gefühle sowie Triebe erscheinen und dessen Grund so tief ist, dass sich dort für sich selbst unklare Gedanken verstecken, oder das Ganze von Vorstellungen, Gefühlen, Trieben, Gedanken usw. nennt man im Großen und Ganzen im Alltagsleben „Seele“.

Diese Seele wird schon lange als Thema verschiedener Romane dargestellt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts analysierte Siegmund Freud die Struktur und die Eigenschaften dieser Seele und entwickelte dadurch die neue Wissenschaft Psychoanalyse. In letzter Zeit untersucht die Gehirnwissenschaft genau die Beziehungen zwischen Wirkungen der Seele und den Stellen des Gehirns, die mit den Wirkungen zu tun haben. Wenn der Betrachter und die Testperson gleich sind, d. h. wenn man sich selbst betrachtet, gibt es wahrscheinlich, außer speziellen Sonderlingen, nur wenige Leute, die das Dasein von ihren eigenen Vorstellungen, Gefühlen, Trieben und Gedanken verneinen. Wenn der Betrachter und die Testperson aber anders sind, d. h. wenn man eine andere Person betrachtet, können selbst die meisten Fachleute komischerweise auf die Fragen gar nicht antworten, wenn sie gefragt werden, ob es eigentlich die Seele einer anderen Person gibt, wenn es so ist, wo es denn die Seele der anderen Person gibt, und warum man ihre Seele nicht direkt sehen oder berühren kann, obwohl es schon eine enorme Menge der Erkenntnisse über die Seele gibt. Vor dem Hintergrund dieser Schwerverständlichkeit der Seele behaupten manche Leute, dass keine Seele existiere. Es gibt auch Personen, die ernsthaft behaupten, dass die Seele und das Gehirn gleich sind, obwohl die Vorstellungen, Gefühle, Triebe und Gedanken, die ich habe, offensichtlich ganz anders sind als mein Gehirn oder dessen Zellen, die man sehen kann, wenn man meinen Kopf auf meinem Rumpf aufschneiden würde. Es sieht meistens aus, als ob sie uns, ihre Leistungen in der Naturwissenschaft ausnutzend, Feuer für Wasser vormachen wollten.

Dieses Durcheinander bzw. diese Verlegenheit kommt ursprünglich davon, dass man mit der traditionellen Welt- bzw. Wahrnehmungsanschauung, sozusagen mit Gewalt, alle Ereignisse betrachten will. Nach der bisherigen Welt- bzw. Wahrnehmungsan-schauung muss die Seele der Testperson zwar irgendwo in ihrem Körper, vor allem in ihrem Kopf, vorhanden sein, aber man kann Vorstellungen, Freude und Schmerzen sowie Menschen und Dinge, die sie haben und sehen soll, überhaupt nicht finden, auch wenn man ihren Kopf aufschneidet und danach sucht. Dort ist nur das Gehirn der Testperson bzw. seine Zellen, so dass man sagt, dass es von Anfang an nichts Besonderes gebe, was „Seele“ genannt werden soll, oder möglicherweise dass das Gehirn, das man direkt sehen kann, die Seele sei.

Nach der neuen Welt- bzw. Wahrnehmungsanschauung kann man sagen, dass die Seele jeder einzelnen im weitesten Sinne die private Welt bedeutet, die sich um seinen Körper herum als Wahrnehmungspunkt erstreckt, und dass sie im engeren Sinne die Gesamtheit der Wirkungen in dieser Welt bedeutet, die mit der Wahrnehmung fest verbunden sind. Warum wir nicht direkt die Seele einer anderen Person erleben können ― über diesen Grund muss man einfach sagen, dass sich die Welt so strukuriert. Die Welt existiert so, dass man den Berg Fuji nicht direkt von der Seite des Kawaguchi-Sees her sehen kann, wenn man ihn direkt von der Seite der Stadt Gotenba her sieht. Die Welt, die sich um jeden einzelnen Körper herum als Mittel- und Wahrnehmungspunkt erstreckt, ist jeweils eine Seite bzw. ein Teil der großen Welt. Genauso wie man in unserem Alltagsleben einen Gegenstand nicht direkt und nicht gleichzeitig von mehr als zwei anderen Blickpunkten her sehen kann, kann man mehr als zwei unterschiedliche Seiten bzw. Teile der großen Welt, die sich um andere Wahr-nehmungspunkte herum erstrecken, nicht direkt und nicht gleichzeitig erleben.

7. Weitere Besonderheiten der Welt

Wenn ich die Welt sorgfältiger beobachte, die ich von Zeit zu Zeit erlebe, finde ich dort noch einige Besonderheiten. Eine davon ist, dass eine Wirkung, die man „mein Urteil“ nennen kann, schon auf die wahrgenommene Welt ausgeübt wird. Es gibt jetzt vor mir z. B. einen kleinen runden Tisch, auf dem ein Notizbuch und andere Bücher sowie ein Handy und eine Kaffeetasse sind. Links von mir gibt es einen ähnlichen runden Tisch, und rechts von mir noch drei gleiche runde Tische. Vor mir, etwas entfernt, befinden sich eine Theke und vier Rohrstühle. Dies alles sehe ich nicht als etwas, wo verschiedene Farben in einer Ebene miteinander gemischt sind. Das Ganze, das ich sehe, halte ich für einen Raum, der sich nach links und rechts sowie nach oben und unten erstreckt und gleichzeitig eine Tiefe hat. Die runde braune Farbe, die ich vor mir sehe, halte ich nicht für ein einfaches Muster, sondern für einen Gegenstand, auf den man etwas legt, d. h. einen Tisch.

Wenn man Kippfiguren, die man oft in der Psychologie benutzt, als Beispiel anführt, wird es klarer, dass ein Urteil in der wahrgenommenen Welt schon gefällt ist. Dieselben Figuren können manchmal wie zwei Gesichter, manchmal wie eine Vase aussehen, oder manchmal wie Hase, machmal wie Ente, oder machmal wie ein Kubus, dessen Grundfläche vorne ist, manchmal wie ein Kubus, dessen Grundfläche hinten ist. Bei diesen Figuren ist es schwierig, sie als ein einfaches Muster oder eine Ausdehnung von Farben zu sehen. Es ist natürlicher, sie für etwas Bekanntes zu halten. Diese umkehrbahren Figuren bedeuten, dass eine Wirkung, die man „mein Urteil“ nennen kann, in der wahrgenommenen Welt ausgeübt wird, wenn ich etwas sehe. Bestimmte Teile der wahrgenommenen Welt halte ich z. B. für das Gesicht eines Menschen, eine Vase, einen Hasen, eine Ente, etwas, was vorne vorhanden ist, oder etwas, was hinten vorhanden ist.

Allgemein gesagt, teile ich die ganze Welt, die sich um meinen Körper herum erstreckt, in viele Teile, und mehrere davon halte ich für dasselbe. Diese Teilung findet manchmal in demselben Gegenstand mehrfach statt. Eine schwarze Masse, die vor mir hergeht, ist ein „Lebewesen“, ein „Tier“ und gleichzeitig eine „Katze“. Die wahr-genommene Welt halte ich nicht für das Ganze, das überall gleich ist. Ich teile die ganze wahrgenommene Welt in zahlreiche Teile ein und halte mehrere Teile davon für dasselbe, was als meine positive Wirkung gilt und bisher normalerweise „abstrahieren“ genannt wurde. Dass man mehrere Gegenstände für etwas Gleiches hält, ihre Besonderheiten begreift und dadurch sie von den anderen Sachen unterscheidet und ihnen den Namen „Mann“, „Frau“, „Mensch“, „Hund“, „Lebewesen“, „Tisch“, „Buch“, „Tasse“ usw. gibt, wurde bisher „Bildung eines Allgemein-begriffs“ genannt.

8. Erinnerung

Die Welt, die ich von Zeit zu Zeit erlebe, ändert sich fortwährend. Warum kann ich aber die Änderung der Welt verstehen? Ganz einfach gesagt, bedeutet „Änderung“, dass etwas zu einem Anderen wird. Im Allgemeinen muss es mindestens zwei Sachen geben und man muss diese vergleichen können, damit man sagen kann, etwas ist „gleich“ oder „anders“. Deshalb sollte ich nicht verstehen können, dass sich die Welt ändert, wenn ich die Welt, die ich jetzt wahrnehme, und die Welt, die ich kurz vorher wahrnahm, nicht vergleichen würde. Aber die Welt, die ich kurz vorher wahrnahm, ist nicht mehr vorhanden, so dass man glauben muss, dass ich nicht direkt zwei wahrgenommene Welten vergleiche.

Die Welt, die ich von Zeit zu Zeit erlebe, ist eine Welt, in der ich etwas, was schmal und durchsichtig ist, z. B. für ein Glas halte, die von meinem Körper ein bißchen entfernt ist, etwas Viereckiges, was hellbraun ist und sich um das Glas erstreckt, für die Platte eines Tisches, etwas größeres Viereckiges, was bei dem Tisch ist, für ein Bett, das weiter entfernt ist als der Tisch, etwas Längliches, was sich bei einem Ende des Bettes befindet, für die Tür des Zimmers. Mit anderen Worten, ist die Welt, die ich von Zeit zu Zeit erlebe, eine Welt, auf die die Wirkung meines Urteils ausgeübt wird. Auf die Welt zu einem bestimmten Zeitpunkt werden unzählige Urteile von mir ausgeübt, und meiner Meinung nach bleiben die Art und Weise der Ausübung dieser Wirkung irgendwie zurück, auch wenn sich die Welt änderte. Ich vergleiche die Art und Weise der Ausübung der Wirkung auf die Welt, die ich jetzt wahrnehme, und die der Ausübung der Wirkung auf die Welt, die ich kurz vorher wahrnahm, und verstehe dadurch, dass sich die Welt änderte. Es ist kein Wunder, dass die Art und Weise der Ausübung der Wirkung zurückbleiben. Im Alltagsleben ist es möglich, dass man die Art und Weise des Schwimmens oder des Schwingens eines Tennisschlägers nach einem mehrere Jahre langen Versäumnis in seinem Körper behält, wenn man sie einmal erlernte.

Meiner Meinung nach ist die Erinnerung an eine Szene zu einem vergangenen Zeitpunkt, dass die Wirkung, die zu diesem Zeitpunkt ausgeübt wurde, ohne direkte Gegenstände wieder ausgeübt wird, und was in diesem Augenblick entsteht, ist solch ein Erlebnis wie ein Bild, das wir oft haben. Wenn man z. B. die Wirkung, dass man etwas für ein Glas hält, wörtlich darstellt, lautet es: „Dieses dort ist ein Glas.“ oder „Jenes dort ist ein Glas.“ Deshalb kann man auch sagen, dass die Erinnerung an die wahrgenommene Welt zu einem bestimmten vergangenen Zeitpunkt bedeutet, dass man verschiedene Sätze behält, die mit der Welt zu tun haben.

Eine Porträtsskizze, die von einem guten Comic-Zeichner gemacht wurde, sieht machmal der Person, die Modell stand, ähnlicher als die Person sich selbst. Ein guter Schauspieler, der eine Person nachahmt, sieht dieser manchmal ähnlicher als die Person sich selbst. Wenn wir das Gesicht eines Menschen sehen, nehmen wir es auf, indem wir das Gesicht in mehrere Teile teilen, jeden Teil schematisieren und diese Schemas behalten. Wir nehmen nämlich die Augenbrauen einer Person nicht wie beim Fotografieren auf, sondern z. B. als buschige Augenbrauen, sichelförmige Augenbrauen usw., die Augen der Person als Rehaugen, schräggeschnittene Augen, Mandelaugen usw., die Nase der Person als Adlernase, Knollennase, wohlgeformte Nase usw., das ganze Gesicht als ein rundes Gesicht, ein schmales Gesicht usw. So schematisieren wir das Gesicht und dessen Teile und nehmen sie grob auf und behalten diese Schemas. Wenn wir eine Porträtsskizze eines Comic-Zeichners oder das Nachahmen eines Schauspielers sehen, vergleichen wir sie mit den Schemas, die wir fast unbewusst bildeten und behalten, so dass sie gleich sein können wie die Art und Weise der Schematisierung eines guten Comic-Zeichners oder Schauspielers.

9. Ergänzung zur „Erinnerung“

Man kann nicht einfach sagen, dass die „Erinnerung“ bedeute, dass die Welt, die man einmal erlebte, oder ein Bild dieser Welt wieder erscheine. Die Welt, die man früher erlebte, war eine wirkliche wahrgenommene Welt, so dass man nicht verstehen kann, dass diese Welt irgendwie und irgendwo wieder in der Welt erscheint, die man von Zeit zu Zeit erlebt. Es wäre noch klarer, wenn man glauben würde, dass ein wirklicher Schmerz oder ein wirklicher Schrei, den man einmal erlebte, nicht wieder erscheint, auch wenn man sich an den Schmerz oder Schrei erinnert. Man kann auch nicht sagen, dass es die „Erinnerung“ ist, dass so ein Abbild wie eine Skizze oder ein Foto wieder erscheint, weil eine Skizze oder ein Foto etwas Wahrgenommenes ist. Man kann nicht verstehen , wie etwas, was einmal wahrgenommen wurde, anderswo erscheint als in der Welt, die man von Zeit zu Zeit erlebt.

Andererseits meinen manche Leute, dass die „Erinnerung“ keine direkten Beziehungen mit der Welt hat, die man einmal wirklich erlebte, weil man nicht glauben kann, dass die „Erinnerung“ keine Wiedergabe einer einmal wahrgenommenen Welt oder etwas Ähnliches sei. Die „Erinnerung“ sei, dass man verschiedene Sätze habe. Diese Sätze bekomme man ursprünglich aus dem Nichtwiderspruch der Sätze, einem natürlichen Zusammenhang mit der jetzigen Welt, der Übereinstimmung der Aussagen usw.

Diese Meinung gilt zwar bei Angelegeneiten, bei denen niemand da war, wie z. B. Anfang des Weltraums, Ereignisse im Altertum usw., aber bei den Angelegenheiten im Alltagsleben, wie ich sie im Abschnitt 8 erwähnte, stimmt sie offensichtlich nicht. Ich sitze z. B. an einem Tisch vor 100 ehrlichen Zuschauern, die einander nicht sehen können, weil zwischen ihnen Wandschirme stehen. Ich sage mit lauter Stimme „O.K.“ und lege gleichzeitig mein Handy auf meine rechte Handfläche. Nach einer Weile lege ich es auf meine linke Handfläche. Wenn ich dann die Zuschauer vor mir frage und durch Handzeichen antworten lasse, ob sich die Lage meines Handys im Vergleich mit seiner Lage, als ich „O.K.“ sagte, änderte, müssen alle Zuschauer antworten, dass sich die Lage änderte. Sie müssen sogar aussagen, dass mein Handy auf meiner rechten Handfläche lag, als ich „O.K.“ sagte. „Das Handy lag auf der rechten Handfläche des Verfassers, als er ‚O.K.‘ sagte.“ ― dieser Satz kam nicht notwendigerweise aus dem Nichtwiderspruch der Aussagen, aus einem natürlichen Zusammenhang mit der jetzigen Welt, oder aus der Übereinstimmung der Aussagen. Wenn man nur aus dem Nichtwiderspruch oder einem natürlichen Zusammenhang mit der jetzigen Welt antworten würde, wäre der Satz auch möglich, dass das Handy bei der Hand des Autors lag, als er „O.K.“ sagte. Die Zuschauer antworteten auch nicht auf Grund der Aussagen der Anderen, weil sie ja einander nicht sehen können. Unter den Umständen, die ich annahm, müssen alle Zuschauer nicht mit Vermutung, sondern mit Überzeugung antworten, dass das Handy auf der rechten Handfläche des Verfassers lag, als er „O.K.“ sagte. Das zeigt, dass jeder Zuschauer etwas, was mit der wahrgenommenen Welt verbunden ist, die er erlebte, als ich laut „O.K.“ sagte, zum Zeitpunkt meiner Frage noch behält.

10. Philosophie in der Neuzeit und die neue Weltanschauung

Viele Philosophen in der Neuzeit begreifen mit einem ähnlichen Schema bzw. Glauben die Welt wie die bis jetzt erwähnte Welt- und Wahrnehmungsanschauung. Das Schema ist folgendermaßen zusammenzufassen: Auf der einen Seite existiert das Objekt, das von selbst existiert. Auf der anderen Seite gibt es das Subjekt, das etwas wahrnimmt, sich vorstellt und denkt. Das Subjekt empfängt durch seine Wahrnehmung, d. h. durch das Sehen, das Hören und das Fühlen Reize von dem Objekt und schafft ein Bild des Objekts. Deshalb ist die Welt, die wir vor uns sehen, keine wirkliche Welt, sondern ein einzelnes Bild bzw. Phänomen, das einem Subjekt erscheint.

Der französiche Philosoph Descartes schrieb in seinem Buch „Discours de la méthode“ „Ich denke, also bin ich“ und glaubte, dass es die gründlichste und wichtigste Erkenntnis ist. Die Bedeutung dieser umständlichen Worte ist ohne das oben genannte Schema nicht gut zu verstehen. Wir als Subjekte sehen, hören und fühlen alltäglich die Welt voller Farben, Töne, Gerüche usw. Aber das ist kein genügendes Zeugnis für die Existenz der objektiven Welt, weil die Welt, die wir sehen, nicht die objektive Welt an sich, sondern nur ein Phänomen ist und ein besonders realistischer Traum bzw. eine besonders realistische Phantasie sein kann. Auch wenn wir aber in einem Traum oder einer Phantasie denken, was absolut sicher existiert, ist es nach Descartes nicht zu verneinen, dass das Denken an sich stattfindet, so dass die Existenz des Subjekts, das denkt, nicht anzuzweifeln ist.

Der deutsche Philosoph Kant begriff auch mit demselben Schema die Welt. Er nannte die wirkliche Welt „Ding an sich“ und glaubte, dass man zwar sagen muss, es existiere, aber man kaum wissen kann, wie es ist. Wir als Subjekte empfangen durch unsere Wahrnehmung Reize vom Ding an sich bzw. dem Objekt und schaffen ein Phänomen mit Farben, Tönen, Gerüchen usw. Dieses Phänomen ist die Welt, die wir vor uns sehen. Die Materialien dieser Welt, wie z.B. Farben, Töne, Gerüche usw., entstehen durch den Empfang der Reize vom Ding an sich. Das Subjekt kombiniert diese Materialien und konstituiert mit bestimmten Regelmäßigkeiten, die allen Subjekten gemeinsam sind, ein einzelnes Phänomen. Aus diesem Grund können wir über die Welt, die wir sehen, gegebenfalls ohne Erfahrung absolut richtige allgemeingültige Kenntnisse haben. Das Gravitationsgesetz wurde zwar von einem bestimmten Menschen bzw. Newton entdeckt, aber trotzdem gilt es nicht nur in der Welt, die Newton erlebt, sondern in der Welt, die jeder Mensch erlebt. Der Grund dafür ist nach Kant, dass das Phänomen durch das Subjekt selbst unter bestimmten gemeinsamen Regelmäßigkeiten konstituiert wird.

Dasselbe Schema bleibt beim deutschen Philosophen Husserl deutlich bestehen, der die Phänomenologie begründet hat. Er glaubt selbstverständlich, dass man sich klar dem festen Glauben bewusst sein soll, dass die objektive Welt von selbst existiere, und diesen festen Glauben aufgeben soll. Darüber hinaus soll man den Untersuchungsbereich auf das Phänomen einschränken, das jedem einzelnen Subjekt erscheint, und vorurteilslos die Sachen selbst aufklären. Aber wenn man vor sich die Welt sieht, kann man nur sagen, dass die Welt da sei. Ohne das oben genannte Schema, bei dem man glaubt, dass das Subjekt und das Objekt durch ihre Wirkungen das Phänomen schaffen, das anders ist als das Objekt an sich, kann man nicht gut verstehen, warum Husserl sagt, dass die Welt, die wir sehen, ein Phänomen bzw. ein Erlebnis des Bewusstseins sei. Er glaubt nämlich, dass etwas Ursprüngliches im Feld des Bewusstseins erscheint, in dem das Subjekt funktioniert. Weil etwas Ursprüngliches aber gar nicht zu verstehen ist und es unfruchtbar ist, darüber zu diskutieren, soll man ausschließlich die Erscheinung aufklären.

Es gibt das Objekt, das von selbst existiert, und das Subjekt, das es wahrnimmt. Indem das Subjekt Reize vom Objekt empfängt, erscheint dem Subjekt ein Phänomen, das anders ist als das Objekt an sich. ― Dieses Schema akzeptiere ich nicht. Der Grund dafür ist zwar nicht logisch, aber meiner Meinung nach genügend gesund. Nach dem Schema ist die Welt, die ich sehe, keine wirkliche Welt, sondern ein Phänomen. Wenn ich aber jeden Tag in einem vertrauten Park Blumen mit verschiedenen Farben und verzweigte Bäume sehe, oder wenn ich beim Spaziergang auf einem Deich den daran entlang langsam fließenden Fluss, weiße Wolken am hohen Himmel, viele Menschen auf einer Straße in der Nähe meiner Wohnung vor meinen Augen sehe, kann ich überhaupt nicht glauben, dass dies alles im Ganzen nur ein Bild ist, das einem Subjekt erscheinen würde, und dass etwas Ähnliches gleichzeitig vielen Subjekten erscheinen würde. Wenn man dazu denkt, zu welchem Ergebnis das Schema führt, muss man sagen, dass wir in einer so ungewöhnlichen Lage seien, wie wir sozusagen jeweils allein in einem Kino ohne Fenster einen Film namens „Welt“ sehen. Warum begreifen so viele berühmte Philosophen mit dem oben genannten Schema die Welt? Der Grund dafür ist wahrscheinlich, dass sie das Wesen der veränderlichen Welt vor ihren Augen konsequent erklären wollten und durch die Bezauberung dieses Motives ihre Augen von der Realität der Welt abwandten. Die Lehren dieser Philosophen sind immer noch von großem Ruf, während der konkrete Inhalt der Lehren und die Schlüsse daraus durch zu schwierige Begriffe und Ausdrücke im Allgemeinen kaum zu verstehen sind, vielleicht auch aus diesem Grund.

Mit den oben genannten Begriffen kann man die neue Weltanschauung folgendermaßen zusammenfassen: Man soll zuerst den festen Glauben aufgeben, dass die Wahrnehmung, d. h. das Sehen, das Hören und das Fühlen, eine solche passive Funktion sei wie von etwas Reize zu empfangen und dadurch ein Bild bzw. Phänomen zu bilden. Die Wahrnehmung ist eine solche positive Funktion wie das Licht etwas im Dunkeln beleuchtet und wie auf etwas eine Wirkung auszuüben und dieses offenliegen zu lassen. Das Subjekt ist ursprünglich ein Teil des Objekts und lässt durch seine Wahrnehmung teilweise das Objekt einschließlich sich selbst offenliegen und beleuchtet sozusagen das Objekt. Deshalb ist die Welt, die wir vor unseren Augen sehen und in der wir leben, das Objekt selbst, das das Subjekt durch seine Wahrnehmung offenliegen lässt. Es gibt ein einziges Objekt, zu dem viele Subjekte gleichermaßen zugehören, so dass die Frage der Intersubjektivität, die man oft in der Phänomenologie zur Sprache bringt, d. h. die Frage, warum etwas für zwei oder mehr Subjekte gelten kann, in der neuen Weltanschauung nicht gestellt werden muss. Husserl in seiner späteren Lebenszeit sowie Existentialisten, die als Nachfolger von Husserl gelten, wie z. B. Heidegger, Sartre, Merleau-Ponty usw., glaubten auch, dass die Welt, die wir sehen und in der wir leben, etwas Objektives ist, was allen Subjekten gemeinsam ist. Aber es gibt keine überzeugende Erklärung dafür, dass etwas, was bisher als einzelnes Phänomen gegolten hat, in Wirklichkeit die objektive Welt ist. Man kann nicht nur durch die Intersubjektivität das Urteil fällen, nicht dass jeder einzelne allein in einem Kino ohne Fenster einen Film namens „Lebenswelt“, der etwas Gemeinsames hat wie die Filme von anderen, sieht, sondern dass alle aus dem Kino hinausgingen und im Freien zusammen dieselbe Welt betrachten. Die grundlegende Idee, dass viele Subjekte das gemeinsame Objekt selbst erleben, erweckt Sympatie in mir. Aber obwohl die Lebenswelt in Wirklichkeit so ist und die einzige absolute Aufgabe der Phänomenologie sein soll, die Lebenswelt genau darzustellen, bin ich damit unzufrieden, nicht von einem weiteren Horizont zu erklären, warum eine solche Welt möglich ist, und glaube immer noch, dass die Idee der Phänomenologie zwar nicht falsch, aber unbefriedigend ist.

11. Leib-Seele-Problem

Es gibt schon lange den Glauben, dass der Mensch eine Vereinigung von Leib und Seele sei. Die „Seele“ erscheine in Form des Denkens, des Gefühls und des Willens und steuere den Leib. Indem sich ein Leib als Materie mit einer Seele vereinige, entstehe ein Mensch, der sich in der Welt aktiv bewege, und der Tod dieses Menschen bedeute, dass sich die Seele von dem Leib entferne und der Leib zur reinen Materie zurückkehre. Wenn ein Mensch z. B. nach einer Zeitung vor sich die Hand ausstreckte, glaubt man normalerweise, dass er aus Verlangen nach dem Lesen einer Zeitung und nach dem Urteil, dass etwas vor ihm eine Zeitung sei, die Hand ausstreckte. Mit diesem Glauben erklärt man meistens, dass die geistigen Faktoren von einem Verlangen und einem Urteil das Ausstrecken der Hand bzw. die Bewegung des Leibs als Materie verursachten. Aber gleichzeitig kann man erklären, dass eine Erregung an einer bestimmten Stelle im Gehirn des Menschen über Nerven zu bestimmen Muskeln in seinem Arm gelangte und sie spannte, so dass der Mensch die Hand nach der Zeitung vor sich ausstreckte. Ist der wirkliche Grund für das Ausstrecken der Hand nach der Zeitung etwas Geistiges wie ein Verlangen bzw. ein Urteil oder etwas Materielles wie ein Zustand des Gehirns? In welcher Beziehung stehen Leib und Seele? Diese Frage ist das so genannte Leib-Seele-Problem.

Wenn man über das Leib-Seele-Problem diskutiert, muss man zuerst feststellen, was die „Seele“ ist und was der „Leib“ ist. Man muss selbstverständlich von Anfang an nichts Genaues über die „Seele“ und den „Leib“ sagen. Aber man muss erklären, was man „Seele“ und „Leib“ nennt, so deutlich, dass kein Missverständnis unter den Leuten entsteht, die über das Problem diskutieren. Sonst führt es dazu, dass jeder Mensch nur seine eigenen Bilder von Leib und Seele sowie die Folgerungen daraus nach Belieben ausspricht. Wenn es hier z. B. einen Beobachter und eine Testperson gäbe, könnte der Beobachter ohne Schwierigkeiten den Leib der Testperson feststellen. Gegebenfalls kann er mit verschiedenen Messgeräten die Körpergröße, das Körpergewicht, den Blutdruck und den Herzschlag der Testperson messen. Solange der Beobachter aber von der traditionellen Wahrnehmungs- und Weltanschauung gefangen ist, kann er nicht feststellen, wo und wie eigentlich etwas ist, was er die Seele der Testperson nennen soll, weil er inner- und außerhalb ihres Leibes ihre Seele überhaupt nicht finden kann, wie stark er sich auch immer bemüht. Aber die meisten Leute fühlen, dass es in ihnen etwas gibt, was sie ihre eigene Seele nennen sollen, wenn sie sich selbst beobachten, und können deshalb gar nicht sagen, dass die Seele der Testperson nicht existiere. Aus diesem Grund erklärt man traditionell normalerweise, dass die Wesensart der Materie und die der Seele ursprünglich verschieden sind, so dass der Beobachter zwar den Leib der Testperson als Materie sehen und berühren kann, während er die Seele der Testperson nicht sehen und berühren kann. Weil man aber unter diesem günstigen Vorwand die Feststellung der „Seele“ vernachlässigt hat, ist die Diskussion über Leib und Seele schon lange unfruchtbar, was dazu führte, von demjenigen, der eine fruchtbare Diskussion wünschte, mit den Worten „Gespenst in der Maschine“ verspottet worden zu sein.

Nach der neuen Weltanschauung ist die Seele der Testperson im weitesten Sinne die Welt, die durch die Sinnesorgane der Testperson beleuchtet wird und sich um den Körper der Testperson herum als Mittel- und Wahrnehmungspunkt erstreckt, weil das Denken, das Gefühl und der Wille der Testperson auf jeden Fall in dieser Welt entstehen. Der Beobachter kann sie selbstverständlich nicht direkt sehen und berühren. Aber nach der neuen Weltanschauung kann man den Grund dafür deutlich erklären. Der Beobachter sieht von seinem Körper als Blickpunkt die Testperson und deren Umgebung. Wenn man nicht den Standpunkt des Solipsismus einnimmt, muss man denken, dass es gleichzeitig die Welt gibt, die die Testperson von ihrem Körper als Mittel- und Wahrnehmungspunkt erlebt. Die Welt, die sich um den Körper des Beobachters herum als Mittel- und Wahrnehmungspunkt erstreckt, und diejenige, die sich um den Körper der Testperson herum als Mittel- und Wahrnehmungspunkt erstreckt, sind jeweils unterschiedliche Seiten bzw. Teile derselben großen Welt, so dass man die beiden Welten nicht gleichzeitig erleben kann. Man kann doch z. B. den Bereich der Welt feststellen, die die Testperson sieht, weil sie der ganzen Sicht aus ihren Augen entspricht. Der Bereich des Tastsinnes der Testperson entspricht andererseits dem ganzen Körper der Testperson. Nach der neuen Weltanschauung kann man sich nämlich im Vergleich zu der bisherigen Weltanschauung, nach der man die Stelle der Seele überhaupt nicht feststellen kann, viel deutlicher die „Seele“ vorstellen.

Wenn man mit der neuen Weltanschauung über das Leib-Seele-Problem nachdenkt, kann man auf jeden Fall Folgendes sagen: Weil die Seele der Testperson im weitesten Sinne die Welt ist, die sich um den Körper der Testperson herum als Mittel- und Wahrnehmungspunkt erstreckt, ist der Körper der Testperson ein Teil ihrer Seele, so dass ihr Leib und ihre Seele in engen entsprechenden Beziehungen stehen. Wenn sich vor allem der Zustand der Sinnesorgane oder des Gehirns der Testperson ändern würde, könnte die ganze Welt vor ihren Augen unscharf oder doppelt werden. Möglicherweise würde sie plötzlich einen traurigen oder fröhlichen Anschein haben. Im Gegensatz dazu würde eine Erregung jeweils an unterschiedlichen Stellen des Gehirns der Testperson entstehen, wenn sie etwas vor sich für eine Zeitung bzw. eine giftige Schlange halten würde. Der französiche Philosoph Merleau-Ponty verglich in seinem Buch „La Phénoménologie de la Perception“ die Beziehungen zwischen dem Körper eines Menschen und der Welt, die sich um seinen Körper herum erstreckt, mit den Beziehungen zwischen einem Herzen und dem ganzen Menschenkörper, der das Herz enthält. Der japanische Philosoph Ohmori Shozoh schrieb in seinem Buch „Mono to Kokoro (Materie und Seele)“, dass der Körper eines Menschen und die Welt, die um ihn herum erscheint, in einer Beziehung der „Zusammenänderung“ stehen, bei der sie sich voneinander abhängig ändern. Weil ein Verlangen und ein Urteil der Testperson, ganz grob gesagt, bestimmte Zustände ihrer Seele sind, kann man den Zustand der Seele kurz vor dem Ausstrecken ihrer Hand darstellen und erklären, dass die Bewegung ihres Körpers aus ihrem Verlangen nach dem Lesen einer Zeitung und nach ihrem Urteil entstand, dass etwas vor ihr eine Zeitung sei. In Wirklichkeit kann der Beobachter nicht direkt den Zustand der Seele der Testperson betrachten, so dass er ihn durch das Verhalten und die Aussagen der Testperson sowie durch den Vergleich mit seiner eigenen Seele vermuten und wie oben erklären muss. Andererseits kann der Beobachter ausschließlich das Gehirn, die Nerven, den Armmuskel der Testperson usw. in der Welt, die er direkt sieht und berührt, mit Messgeräten beobachten und erklären, dass die Körperbewegung der Testperson, d. h. das Ausstrecken ihrer Hand nach einer Zeitung vor ihr, entstand, weil eine Erregung an einer bestimmten Stelle des Gehirns der Testperson über Nerven zum Armmuskel gelangte. In der Neuzeit erwarb man über den Menschenkörper, wie z. B. das Gehirn, die Nerven, den Muskel des Menschen usw., viele neue Erkenntnisse und entwickelte verschiedene Messgeräte, so dass die zweite Erklärung möglich wurde. Aber bis zur Neuzeit musste man auf jeden Fall die erste Erklärung annehmen, weil die zweite Erklärung unmöglich war. Bei der ersten Erklärung legt man auf die Seele der Testperson bzw. die Welt, die sich um den Körper der Testperson herum als Mittel- und Wahrnehmungspunkt erstreckt, hohen Wert, während man bei der zweiten Erklärung auf den Zustand des Körpers der Testperson, den der Beobachter direkt betrachten kann, d. h. den Zustand des Körpers der Testperson in der Welt, die sich um den Körper des Beobachters herum als Mittel- und Wahrnehmungspunkt erstreckt, hohen Wert legt. Die beiden Erklärungen sind zwar in diesem Hinblick unterschiedlich, aber als Erklärung der Körperbewegung der Testperson jeweils grundsätzlich nicht falsch.

Leib-Seele-Problem

Soll man aber sagen, was ursprünglich die Bewegung des Körpers der Testperson verursachte? Man kann zwar naturwissenschaftlich erklären, dass eine Erregung an einer bestimmten Stelle des Gehirns der Testperson entstand und dieser Reiz über Nerven die Spannung ihres Armmuskels verursachte, aber es ist nicht klar, warum die Erregung, die die Spannung des Armmuskels verursachen sollte, gerade in der entsprechenden Zeit entstand, als die Testperson Verlangen nach dem Lesen einer Zeitung hatte. Verlangen nach dem Lesen einer Zeitung zu haben, etwas vor sich für eine Zeitung zu halten, gleichzeitig eine Erregung an einer bestimmten Stelle des Gehirns entstehen zu lassen, diesen Reiz über Nerven zum Armmuskel zu leiten und dadurch die Bewegung des Körpers bzw. das Ausstrecken der Hand zu verwirklichen ― die ursprüngliche Ursache dafür ist meiner Meinung nach die Kraft, die die Testperson als Lebewesen hat. Wenn man das Wort „Kraft“ nicht benutzen will, kann man auch die Neigung zum Leben sagen, die die Testperson von Natur aus hat. Wir Lebewesen existieren in einer Welt, die von unseren Absichten unabhängig ist. Die Körper der Lebewesen sind eigentlich sehr instabil und wollen gegen die Welt, die sich in einen stabilen Zustand verwandeln soll, mit aller Kraft ihr Wesen beibehalten. Wir Lebewesen behalten entsprechend unserer Fähigkeiten und den Faktoren, die nicht mit unseren Absichten zu tun haben, jeweils für eine gewisse Zeitdauer unser Wesen bei und werden danach ohne Ausnahme durch die mächtige Strömung der Welt überwältigt, so dass wir zum stabilen Zustand des Todes gelangen und zu einem leblosen Wesen zurückkehren. Warum existieren wir in der ewig langen Zeit nur für eine kurze Zeitdauer als Lebewesen und dann nicht mehr? Es ist doch natürlicher, dass von Anfang an gar kein Lebewesen existiert. Warum ist es aber nicht so? Das kann ich selbstverständlich nicht verstehen, aber wir Lebewesen existieren in Wirklichkeit in dieser Welt. Solange wir Lebewesen sind, wollen wir immer weiter existieren und haben die Kraft dazu. Durch diese Kraft, mit anderen Worten, als eine Phase der Neigung zum Leben, die die Lebewesen von Natur aus haben, behalten wir den Stoffwechsel unseres Körpers bei, lassen gleichzeitig durch unsere Wahrnehmung die Welt um uns herum offenliegen. Dadurch können wir besser Lebensmittel erwerben, uns vor gefährlichen Hindernissen und Feinden schützen und die Hand nach einer Zeitung vor uns ausstrecken, um die neuesten Kenntnisse aufzunehmen.

12. Wille

Mit welcher Bedeutung benutzte man bis jetzt das Wort „Wille“? Den „Willen“ hat kein lebloses Wesen, sondern nur das Lebewesen. Man sagt z. B. normalerweise nicht, dass ein Stein nach seinem Willen falle. Das Wasser eines Flusses, der in einer Schlucht fließt, hat auch keinen Willen. Die Erde, die um die Sonne herum kreist, und der Mond, der um die Erde herum kreist, haben ebenfalls keinen Willen. Wenn die Bewegung eines Gegenstandes durch äußere Kräfte bzw. Faktoren vollständig bestimmt wird, sagt man nicht, dass er einen Willen habe. Andererseits gibt es schon lange den Glauben, dass der Mensch eine Vereinigung von Leib und Seele sei und dass die Seele die Bewegung des Leibes steuern könne. Mit diesem Glauben nennt man die Wirkung der Seele, nach einem bestimmten Ziel den Leib zu bewegen, Willen. Aber der Leib an sich ist die Materie, deren Bewegung durch äußere Kräfte bzw. Faktoren vollständig bestimmt werden soll. Deshalb ist es eigentlich überflüssig und widersprüchlich, dass man als einen anderen Faktor für die Bewegung des Leibes eine besondere Wirkung der Seele bzw. den Willen annimmt. In dem Glauben, dass der Mensch eine Vereinigung von Leib und Seele sei und die Seele den Leib bewegen könne, stecken eigentlich etwas Undeutliches und Unmögliches.

Um auf unser Beispiel mit dem Beobachter und der Testperson zurückzukommen, will nun die Testperson vor dem Beobachter eine Zeitung lesen und die Hand nach einer Zeitung vor sich ausstrecken. Wenn man sich an die neue Weltanschauung hält und auf die Welt, die sich um den Körper der Testperson herum als Mittel- und Wahrnehmungspunkt erstreckt, hohen Wert legt, kann man grob darstellen, dass die Testperson die Hand nach einer Zeitung vor ihr ausstreckte, aus Verlangen nach dem Lesen einer Zeitung und nach dem Urteil, dass etwas vor ihr eine Zeitung sei. Wenn sie aber etwas vor sich für eine giftige Schlange gehalten hätte, hätte sie danach keine Hand ausgestreckt. Wenn sie etwas vor sich für eine Zeitung gehalten hätte, die ein Nachbar lesen würde, hätte sie normalerweise aufgegeben, nach der Zeitung die Hand auszustrecken. Wenn sie etwas vor sich zwar für eine Zeitung gehalten hätte, die einem Nachbarn gehört hätte, aber geglaubt hätte, dass er schon weggegangen wäre und keine anderen Menschen die Zeitung lesen wollten, hätte die Testperson vielleicht zögernd die Hand ausgestreckt. Die Bewegung des Körpers der Testperson ändert sich nämlich entsprechend dem Urteil der Testperson bzw., ganz grob gesagt, dem Zustand der Welt, die sich um den Körper der Testperson herum als Mittel- und Wahrnehmungspunkt erstreckt. Die Bewegung des Körpers der Testperson ändert sich zwar nicht durch die Seele der Testperson, aber entsprechend der Seele der Testperson bzw. mit dem Zustand deren Seele zusammen.

Wenn ich meine Grundidee wiederhole, lautet sie folgendermaßen: Wir Lebewesen existieren in der Welt, die von unseren Absichten unabhängig ist. Die Körper der Lebewesen sind eigentlich sehr instabil und wollen gegen die Welt, die sich in einen stabilen Zustand verwandeln soll, ihr Wesen beibehalten. Wir Lebewesen behalten entsprechend unserer Fähigkeiten und den Faktoren, die nicht mit unseren Absichten zu tun haben, jeweils für eine gewisse Zeitdauer unser Wesen bei und werden danach ohne Ausnahme durch die mächtige Strömung der Welt überwältigt, so dass wir zum stabilen Zustand des Todes gelangen und zu einem leblosen Wesen zurückkehren. Während die leblosen Wesen von Anfang an mit der Strömung der Welt fließen, widersetzen sich die Lebewesen in bestimmten Grenzen, die ihre Körper als Materie haben, dieser Strömung der Welt in gewissem Umfang. Diese Lebenskraft bzw. Unabhängigkeit ist die ursprüngliche Ursache für die Bewegung des Körpers der Testperson. Wenn man nach der gegebenen Annahme denkt, existiert die Testperson mit dieser Kraft mit dem Beobachter zusammen in dieser Welt und ist so gesund, dass er seine Hände bewegen kann. Unter diesen körperlichen Bedingungen beleuchtet die Testperson durch ihre Wahrnehmung die Welt um sich, teilt diese in viele kleinere Teile ein, bildet zu jedem Teil einen Horizont und bewegt dementsprechend ihren Körper. Diese Wirkung ist derjenigen nah, die man bisher mit dem Wort „Wille“ darstellen wollte. Wir Lebewesen behalten mit unserer Lebenskraft bzw. Unabhängigkeit gegen die Strömung der Welt unser Wesen bei und leben unter dieser großen Voraussetzung weiter, indem wir fast unbewusst, genau so wie beim Stoffwechsel unseres Körpers, entsprechend unserer Wahrnehmung und damit verbundenem Urteil die Bewegung unseres Körpers nach und nach regulieren. Meiner Meinung nach ist es am besten, diese Regulierung für eine einzelne Wirkung zu halten und „Willen“ zu nennen. Wir Lebewesen sind sozusagen ein Schiff mit einem Motor, das im dunklen Meer mit einer starken Strömung fährt. Dieser Motor lässt auch das Steuer und die Beleuchtung des Schiffs funktionieren. Die Lebewesen wollen mit ihrer Lebenskraft als Motor fahren und mit ihrer Wahrnehmung als Beleuchtung ihr eigenes Schiff und das umliegende Meer offenliegen lassen und mit ihrem Willen als Steuer, durch die Strömung des Meers belästigt, ihre Richtung zum günstigeren Leben ändern, um möglichst gut Lebensmittel zu gewinnen und mit neuesten Informationen Gefahren zu vermeiden.

13. Naturwissenschaft und Philosophie

Wir nehmen an, dass es hier zwei Beobachter A und B gebe, die einen Stein vor ihnen beobachten. Der Beobachter A halte von klein auf diesen Stein für seinen Schatz, während der Stein für den Beobachter B nur ein einfacher Kiesel sei. Die Beobachter A und B betrachten ihn jeweils von ihrem Körper her als Mittel- und Wahrnehmungspunkt. In der Welt, die sich um den Körper des Beobachters A herum als Mittel- und Wahrnehmungspunkt erstreckt, wird dieser Stein in eine unterschiedliche Gruppe klassifiziert als die anderen Steine, und für diesen Stein bildet sich ein besonderer Horizont, so dass er für etwas gehalten wird, was man nicht einfach kaputt machen soll, und normalerweise sorgfältig behandelt wird. In der Welt dagegen, die sich um den Körper des Beobachters B herum als Mittel- und Wahrnehmungspunkt erstreckt, wird der Stein in dieselbe Gruppe klassifiziert wie die einfachen Steine am Wege, und für ihn bildet sich ein ähnlicher Horizont, so dass er für etwas gehalten wird, was man immer schlagen und kaputt machen kann, und gewöhnlich grob behandelt wird. Wenn die Beobachter A und B Naturwissenschaftler sein würden, die sich für den freien Fall von Körpern interessieren würden, würden sie die Farbe und den Geruch des Steins bzw. ihren Gedanken an den Stein ignorieren und die Größe, das Gewicht usw. des Steins sowie die Geschwindigkeit des fallenden Steins mit verschiedenen Geräten beobachten und messen. Sie würden ohne Zögern einfach annehmen, dass der Stein, unabhängig von ihrer Existenz, vorhanden sei, und in dieser Annahme hauptsächlich die Eigenschaften des Steins zusammen beobachten und messen, die sie mit gleichen oder gleichartigen Geräten betrachten könnten. Die Gesetze des freien Falls (die lauten, dass alle Körper, die durch die Wirkung des Gewichtes fallen, mit einer Geschwindigkeit im Verhältnis zur Zeit, unabhängig von ihrer Masse, fallen, wenn man den Einfluss der Luft unbeachtet lassen kann) sind eine der Kenntnisse, die man durch die oben genannte Beobachtung erwerben kann. Obwohl weder Farbe noch Geruch des Objekts in der Beschreibung der Gesetze dargestellt ist, erwirbt man nicht unbewusst Kenntnisse über eine andere Welt bzw. die physische Welt ohne Farben und Gerüche, die hinter der Welt existiert, in der die beiden Beobachter leben. Die Gesetze des freien Falls sind eine Kenntnis über eine Regelmäßigkeit, die auf der Seite der von den beiden Beobachtern erlebten Welt gilt, die sie zusammen beobachten und messen können. Das ist ähnlich wie man ein wirkliches Haus beobachtet und dadurch Kenntnisse über den Rahmen des Hauses erwirbt. Das Bild, das man auf Grund der Kenntnisse zeichnen kann, ist ein Umriss des Hauses. Obwohl weder Flecken auf der Außenwand des Hauses noch Schäden von Dachziegeln in dem Umriss dargestellt sind, existiert keine Rahmenkonstruktion, die der Umriss zeigt, außer dem wirklichen Haus. Die Seite der von uns erlebten Welt, die zwei oder mehr Beobachter zusammen beobachten und messen können, ist die so genannte physische Welt. Die Art und Weise der Naturwissenschaftler, die hauptsächlich die Seite der von uns erlebten Welt, die zwei oder mehr Beobachter zusammen beobachten und messen können, mit Spannung verfolgen, führten dazu, dass wir Gegenstände in der Welt, die wir erleben, durch Generationen hindurch zusammen beobachten und Kenntnisse darüber Schritt für Schritt sammeln können. Der prächtige Erfolg der Naturwissenschaft in der Neuzeit weckte in den Philosophen der so genannten wissenschaftlichen Philosophie ihr Wunder und ihre Hochachtung, so dass sie glaubten, dass es kein besonderes Gebiet der Philosophie gibt und dass die Philosophie nur die Rolle hat, die Ergebnisse der Naturwissenschaft zu analysieren und ihre Bedeutung zu prüfen, um die naturwissenschaftlichen Kenntnisse noch klarer zu machen.

Andererseits glauben die traditonellen europäischen Philosophen, deren undeutliche Anwendung von Worten bzw. unmöglichen Analogien von den Philosophen der naturwissenschaftlichen Philosophie kritisiert werden, von den Kritikern, die auf ihre Klarheit und Logik stolz sind, dass sie die Unbegreiflichkeit der Welt nicht bemerken und dass sie den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, obwohl sie selber darin leben. Der oben genannte Beobachter B kann eigentlich die rote Farbe, die der Beobachter A erlebt, nicht beobachten und messen. Selbstverständlich kann der Beobachter B durch die Farbe, die er selber erlebt, die Farbe vermuten, die der Beobachter A erlebt. Aber das ist gründlich anders, als wenn Naturwissenschaftler in der Neuzeit durch die Brown-Bewegung, bei der sich schwebende Feinkörner in einer Flüssigkeit anscheinend unregelmäßig bewegen, die Existenz von Molekülen vermuteten. Die letztere Vermutung ist, dass man aus etwas, was zwei oder mehr Beobachter zusammen beobachten und messen können, ausschließlich durch die logische Schlussfolgerung die Existenz eines unbekannten Gegenstandes erwartet. Die erstere Vermutung dagegen ist eine Analogie, die der Beobachter B auf Grund der körperlichen Ähnlichkeit der beiden Beobachter durchführt. Dieselbe Situation betrifft auch den Ton, den Geruch, den Tastsinn, den Schmerz, die Freude, die Trauer, den Zorn usw. In der Welt, die der Betrachter A erlebt, gibt es nämlich nicht nur die Seite, die zwei oder mehr Beobachter zusammen beobachten und messen oder aus diesen Beobachtungs- und Messergebnissen durch die logische Schlussfolgerung vermuten können, sondern auch die Seite, die jeder einzelne Beobachter nur individuell beobachten kann. Wie soll man diese Seite der Welt finden, wie z. B. etwas Sinnliches, das Gefühl, das Denken, der Wille usw? Wie soll man die Seele finden, in der sich die oben genannten Sachen ereignen? Wie ist die ganze Welt, in der wir leben, nicht nur auf der Seite, die zwei oder mehr Beobachter zusammen beobachten und messen können, sondern auch auf der Seite, die jeder einzelner Beobachter nur individuell beobachten kann? Diese Fragen wollen und können keine Naturwissenschaftler behandeln, sondern traditionsgemäß Philosophen. Es gibt allerdings wissenschaftliche Gebiete, in denen man durch die Kombination von einer Analogie auf Grund der Annahme, dass körperlich ähnliche Lebewesen sinnlich und geistig ähnlich sein sollten, sowie der Art und Weise der Naturwissenschaft die Beziehungen zwischen etwas, was jeder einzelne Beobachter nur individuell beobachten kann, und etwas, was zwei oder mehr Beobachter zusammen beobachten und messen können, prüft. Man untersucht z. B. die Änderung des Gefühls eines Menschen, die stattfindet, wenn er verschiedene Chemikalien einnimmt, oder die elektrische bzw. chemische Reaktion in seinem Gehirn, wenn er unterschiedliche geistige Arbeiten durchführt. Aber diese Untersuchung beschränkt sich hauptsächlich auf die Prüfung der entsprechenden Beziehungen zwischen den beiden Elementen. Auf diesen Gebieten stellt man etwas Sinnliches und Geistiges nicht nach vorne und fragt nicht, wie man es gründlich finden soll.

14. Ökologischer Versuch und die neue Weltanschauung

In letzter Zeit zieht eine philosophische und psychologische Theorie, die „Ökologischer Versuch“ genannt wird, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich. Nach dieser Theorie, die vor allem der amerikanische Psychologe James Gibson entwickelte, nehmen wir unmittelbar etwas Reales wahr. Die Welt, die wir sehen, hören und fühlen, ist weder Abbild noch Vorstellung der wirklichen Welt, sondern die wirkliche Welt an sich. Es gibt sogar kein Bewusstsein als inneres Feld, auf dem Abbilder bzw. Vorstellungen der wirklichen Welt erscheinen. Wir Lebewesen üben in der wirklichen Welt, die wir sehen, hören und fühlen, auf unsere Umwelt eine Wirkung aus und regeln dadurch immer wieder die Wesensart und Bewegung unseres Körpers, um sich besser an die Umwelt anzupassen. Unsere psychologischen Aktivitäten bilden sich als ein Teil dieser zirkulierenden, gegenseitigen Tätigkeiten zwischen unserer Umwelt und unserem Körper, so dass sie nicht nur in unserem Körper bzw. Kopf entstehen. Wir sollen nämlich glauben, dass sich unsere Seele über unseren Körper hinaus in unsere Umwelt erstreckt. Die Wahrnehmung ist die Tat, aus der Umwelt nötige Informationen herauszuziehen, um festzustellen, wie die Umwelt tatsächlich ist. Genauer gesagt, ist die Wahrnehmung der Prozess, in dem man auf einen Teil der Umwelt seine Aufmerksamkeit lenkt und die Unterschiede zwischen etwas Veränderlichem und etwas Unveränderlichem findet, um Informationen über etwas Unveränderliches zu sammeln. Dieser Punkt ist das Wesen der Wahrnehmung. In unserer Umwelt gibt es überall unzählige „Affordance“ bzw. Eigenschaften, die uns in eine gewisse Tat lenken und ein bestimmtes Ereignis entstehen lassen. Ein Lebensmittel vor uns lässt die Möglichkeit entstehen, dass wir es essen, um Nahrstoffe zu uns zu nehmen. Eine Schlange vor uns lässt die Möglichkeit entsehen, dass wir uns ihr nähern und von ihr gebissen werden. Wir Lebewesen nehmen in der Umwelt, in der unzählige „Affordance“ existieren, verschiedene „Affordance“ wahr, um unser Benehmen zu regeln, und regeln immer wieder unser Benehmen, um verschiedene „Affordance“ wahrzunehmen. So leben wir weiter.

Die Theorie „Ökologischer Versuch“ ist zwar etwas ähnlich wie die neue Weltanschauung, aber es gibt viele Probleme. Die Idee, dass wir etwas Reales wahrnehmen, heißt „naiver Realismus“ bzw. „direkter Realismus“. Wenn diese Idee bedeutet, dass die Welt, die wir sehen, hören und fühlen, weder Abbild noch Vorstellung der wirklichen Welt, sondern die wirkliche Welt an sich ist und keine andere Welt existiert als diese, ist die Idee vollkommen richtig. Aber beim ökologischen Versuch ist es meiner Meinung nach nicht genügend erklärt, warum die wirkliche Welt manchmal unklar, manchmal doppelt wird und manchmal verschwindet. Wenn zwei Personen gleichzeitig ein Buch beobachten, kann der eine mit guten Augen ein Buch sehen, während der andere mit schlechten Augen zwei Bücher sehen kann. Beim ökologischen Versuch ist es nicht konsequent erklärt, warum solch ein Ereignis entstehen kann, obwohl die Welt, die die beiden Personen sehen, jeweils die wirkliche Welt ist. Nach der bisherigen dualistischen Wahrnehmungsanschauung ist es möglich, weil die beiden Personen jeweils ein Abbild bzw. eine Vorstellung des wirklichen Buchs sehen. Mit einem Anlass für die konsequente Erklärung des gesamten Phänomens entwickelte man ursprünglich die bisherige dualistische Wahrnehmungsanschauung. Aber wenn die Anschauung richtig wäre, sollte alles, was wir von der Geburt bis zum Tode sehen, hören und fühlen, einschließlich unserer Geliebten und unserer Freunde Abbilder und Vorstellungen sein. Das wäre ganz anders als unser lebhafter Eindruck. Dazu müsste man sagen, dass wir in einer so ungewöhnlichen Lage seien, wie wir sozusagen jeweils allein in einem Kino ohne Fenster einen Film namens „Welt“ sehen. Aber verschiedene Fragen kann man haben, auch wenn man denkt, dass die Welt, die wir sehen, hören und fühlen, die wirkliche Welt sei. Wenn wir z. B. glauben, dass wir ein gleiches Objekt gleichzeitig auf unterschiedliche Weise sehen können, haben wir natürlicherweise die Frage, ob wir denken müssen, dass die Welt, die wir erleben, wesentlich unabhängig von unserem Leben existiert und gleichzeitig eine Welt ist, auf die unsere persönlichen Wirkungen ausgeübt werden. Diese Frage ist beim ökologischen Versuch nicht richtig beantwortet.

Die Meinung, dass es kein Bewusstsein als inneres Feld gibt, auf dem Abbilder bzw. Vorstellungen der wirklichen Welt erscheinen, ist ganz richtig. Wir Lebewesen lassen mit unserem Körper als Wahrnehmungspunkt einen Teil der Welt offenliegen und beleuchten ihn. Außer diesem fundamentalen Ereignis gibt es kein Bewusstsein und keine Seele. Wenn es einen Beobachter und eine Testperson gibt, beleuchtet der Beobachter mit seinem Körper als Wahrnehmungspunkt seine Umgebung und die Testperson, während die Testperson mit ihrem Körper als Wahrnehmungspunkt ihre Umgebung beleuchtet. Das „Bewusstsein“ bzw. die „Seele“ der Testperson ist meistens nicht anders als das Wort, mit dem man die Welt, die die Testperson beleuchtet, von der Seite des Beobachters nennt. Der Beobachter ist überzeugt, dass es das Bewusstsein bzw. die Seele der Testperson gibt, indem er die Welt sieht, die er selber beleuchtet, aber kann wegen der Struktur der Welt nicht direkt das Bewusstsein bzw. die Seele der Testperson finden. Dadurch meint er, dass das Bewusstsein bzw. die Seele der Testperson, das bzw. die zwar existieren solle, aber gar nicht direkt gesehen oder berührt werden könne, etwas Mysteriöses sei, was vollkommen anders sei als der Körper der Testperson, den der Beobachter direkt sehen und berühren könne. Der Beobachter kann schließlich selbst den Glauben haben, dass das Bewusstsein bzw. die Seele auf ewig existiere, auch wenn der Körper nicht mehr da sei.

Die Idee des ökologischen Versuchs, dass sich unsere Seele über unseren Körper hinaus in unsere Umwelt erstreckt, ist zwar ganz richtig, aber ein entscheidender Aspekt fehlt ihr. Wenn es einen Beobachter und eine Testperson gibt, beleuchtet der Beobachter mit seinem Körper als Wahrnehmungspunkt seine Umgebung und die Testperson, während die Testperson mit ihrem Körper als Wahrnehmungspunkt ihre Umgebung beleuchtet. Man kann zwar sagen, dass sich die Seele der Testperson über ihren Körper hinaus in ihre Umwelt erstreckt, aber wenn man von der Seite des Beobachters sieht, d. h. in der Welt, die der Beobachter beleuchtet, gibt es überhaupt keine Freude, Trauer, Schmerzen, kein Denken und Wollen der Testperson. Nur wenn man die Welt von der Seite der Testperson sieht, d. h. nur in der Welt, die die Testperson beleuchtet, gibt es Freude, Trauer, Schmerzen, Denken und Wollen der Testperson sowie die Ansicht von ihr. Die Leute, die von der Idee „der erweiterten Seele“ beim ökologischen Versuch hören, fühlen einschließlich mir einerseits Einverständnis damit, andererseits Widerstand dagegen, weil sie oft fast unbewusst ihren Standpunkt ändern, d. h. manchmal vom Standpunkt des Beobachters, manchmal vom Standpunkt der Testperson aus über die Idee nachdenken.

„Die Tat, aus der Umwelt nötige Informationen herauszuziehen, um festzustellen, wie die Umwelt tatsächlich ist“, genauer gesagt, „der Prozess, in dem man auf einen Teil der Umwelt seine Aufmerksamkeit lenkt und die Unterschiede zwischen etwas Veränderlichem und etwas Unveränderlichem findet, um Informationen über etwas Unveränderliches zu sammeln“ ― Es ist nicht zutreffend, zu sagen, dass dieser Punkt das Wesen der Wahrnehmung bzw. des Gesichtssinns sei. „Das Wesen des Gesichtssinns“ ist der entscheidende Unterschied zwischen Sehenden und Blinden. Ganz einfach gesagt, ist das Wesen des Gesichtssinns „Licht bzw. Helle zu erleben“ bzw. eine solche Wirkung oder Fähigkeit. Das Wesen des Gehörs ist „einen Ton zu erleben“ bzw. eine solche Wirkung oder Fähigkeit, und das Wesen des Tastsinns ist „eine Tastempfindung zu erleben“ bzw. eine solche Wirkung oder Fähigkeit. „Die Tat, aus der Umwelt nötige Informationen herauszuziehen, um festzustellen, wie die Umwelt tatsächlich ist“, genauer gesagt, „der Prozess, in dem man auf einen Teil der Umwelt seine Aufmerksamkeit lenkt und die Unterschiede zwischen etwas Veränderlichem und etwas Unveränderlichem findet, um Informationen über etwas Unveränderliches zu sammeln“ ― Wir sollten sagen, dass das das Wichtigste sei, was wir Lebewesen etwas wahrnehmend vor allem im Zusammenhang mit unserem Benehmen tun würden.

Die Diskussion über die Existenz von „Affordance“ in der Umwelt entsteht meiner Meinung nach aus dem Aspekt, der dem ökologischen Versuch fehlt. Wenn es einen Beobachter und eine Testperson gibt, beleuchtet der Beobachter mit seinem Körper als Wahrnehmungspunkt seine Umgebung und die Testperson, während die Testperson mit ihrem Körper als Wahrnehmungspunkt ihre Umgebung beleuchtet. Wenn die Testperson großes Interesse an Büchern hat und immer aus ihnen den Leitfaden des Lebens und des Benehmens finden will, existieren verschiedene besondere „Affordance“ in einem Buch vor der Testperson in der Welt, die sie beleutet. Wenn der Beobachter aber gar kein Interesse an Büchern hat, ist nur dieselbe „Affordance“ in dem Buch da wie in einem Bündel Papier. In der Welt, die wir von Zeit zu Zeit erleben, kann es in einem Objekt eine bestimmte „Affordance“ geben, während diese dort gleichzeitig nicht existieren kann. In einem Objekt in der Welt können widersprüchliche „Affordance“ gleichzeitig existieren. Aber beim ökologischen Versuch ist es nicht genügend erklärt, warum solch ein Ereignis möglich ist.

Man muss zwar sagen, dass der ökologische Versuch als philosophische Theorie unbefriedigend sei, aber die ökologische Psychologie, aus der er sich entwickelte, behauptet, dass es nicht nur in der physischen Welt, sondern auch in der Welt unserer Wahrnehmung und unserer Seele Regelmäßigkeiten gibt, und ist als ein einzelner Bereich der Wissenschaft genügend bedeutungsvoll.

den 20. Januar 2012
Shin’ichi Shimokawa

Nachdruck verboten